| Museumsschiff
GERA |
Das einzige deutsche Museumsschiff zur Hochseefischereigeschichte

Bremerhaven ist die einzige deutsche Stadt, die mit einem Museumsschiff
die Geschichte der deutschen Hochseefischerei lebendig hält. Für den
symbolischen Preis von einer DM erwarb die Seestadt Bremerhaven 1990
vom damaligen Fischkombinat Rostock den 1959/60 erbauten Seitentrawler
GERA als Museumsschiff für das Historische Museum der Stadt. Als maritimes
Denkmal liegt die GERA heute am Fischkai im alten Fischereihafen I
und ist damit attraktives Aushängeschild des maritimen Gastronomie-
und Touristikzentrums "Schaufenster
Fischereihafen" .

Das Museumsschiff GERA ist mit der kompletten Ausrüstung eines Fischereimotorschiffs
ausgestattet: Vom Schleppnetz auf dem Fangdeck über die Kochtöpfe
in der Kombüse bis zur Fischlupe auf der Brücke. In der Kapitänskajüte
hängt noch die Uniform des "Alten", und auf der Tafel im Maschinenraum
kann man noch den letzten Eintrag des "Chiefs" lesen.
Seit 1993 ist die GERA in der Sommersaison von April bis Oktober für
Besucher zugänglich. Die Aufsicht an Bord wird größtenteils von erfahrenen
ehemaligen Seeleuten übernommen. Ihre Erklärungen und Geschichten
vom Bordalltag vermitteln von der GERA nicht nur das Bild eines technischen
Denkmals, sondern auch lebendige Hochseefischereigeschichte. Erläuternde
Texte und Schautafeln ergänzen das Informationsangebot. Als besondere
Attraktion erweist sich ein Dokumentarfilm, den sich die Besucher
in der Mannschaftsmesse ansehen können. Der 1950 entstandene Schwarzweiß-Film
zeigt eine Fangreise des Bremerhavener Seitentrawlers WESER.
Zu bestimmten Anlässen, vor allem zu Großveranstaltungen im "Schaufenster
Fischereihafen", finden an Bord der Gera Aktionstage mit verschiedenen
Vorführungen statt. Dann ist die Brücke mit einem Kapitän besetzt,
der die nautischen Geräte demonstriert. Auf dem Fangdeck erklärt ein
Bestmann Schleppnetz und Fanggeschirr und zeigt, wie das Netz geflickt
wurde. Im Maschinenraum wird die Anlage fachkundig erläutert und wird
von Zeit zu zeit in betreib gesetzt. Auch die Netzwinde mit der Kurrleine
dreht sich.
Die GERA ist zu einem regelrechten Museum für Hochseefischereigeschichte
geworden. Sie ist das erste und einzige schwimmende Hochseefischereimuseum
in Deutschland überhaupt. Der letzte deutsche Seitentrawler dokumentiert
die Ära eines Schiffstyps, die in Deutschland 1885 im heutigen Bremerhaven
an der Geeste begann und die erst 1961 endete. |
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