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Abenteuer,
Urlaub und eine Stahlratte
1903
wurde der Heringslogger, mit dem Namen Johanna Maria in Holland
gebaut. Es war eines der letzten noch ohne Motor gebauten Schiffe
dieser Generation und seitdem ist einiges geschehen...

[Das Vorderdeck]
Die
Verwandlung von der Johanna Maria zur Stahlratte hat einige Jahre
gedauert. 1931 wurde die Johanna Maria nach Norwegen verkauft und
mit einem Motor ausgestattet. Dieser wurde im Laufe der Jahre zweimal
durch stärkere Modelle ersetzt. Auch die Eigner sowie die Namen
änderten sich in Norwegen dreimal: Aus "Johanna Maria"
wurde "Vea", "Sandøy Senior" und dann
"Sildaskjaer". Der Zweck des Schiffes blieb jedoch bis
1982 unverändert der Heringsfang per Treibnetz. 1984 wurde
das Schiff dann vom "Verein
zur Förderung der Segelschifffahrt e.V." gekauft und
in dreijähriger Arbeit in den Segler "Stahlratte"
verwandelt. Die Entstehung des Namens beschreibt Schiffsführer
Ludwig "Lulu" Hoffmann so: "Sie hat viel durchgemacht,
war unheimlich zäh und hat sich halt immer durchgebissen".
Der Verein wurde ursprünglich gegründet, um dem Schiff
einen Eigner zu geben.

[Stahlratte unter Segeln]
Die
"Stammcrew" der ersten Tage wollte in einer Art Kommune
auf dem Schiff leben. Mit der Zeit allerdings wechselte die Crew
und man entschloss sich, dieses "Feeling" auch anderen
Segelbegeisterten zugänglich zu machen. Und so kam es dann,
dass die Stahlratte mit immer interessanteren, längeren und
auch weiteren Touren begann und heute einige feste Ziele, wie die
Antillen, Kuba und die Kanarischen Inseln hat. Darüber hinaus
stand die Stahlratte aber auch schon im Dienst des "Semmel
Verlachs", diente als Film- Theater- und Tauchschiff und hat
Umwelteinsätze mit Greenpeace und dem WWF bestritten.
Grundsätzlich kann man das Schiff zu jedem Ereignis buchen
und auch eigene Routen und Ziele vorschlagen.
Bei längeren Törns werden Wachpläne erstellt und
der Küchendienst eingeteilt. "Der normale Bordbetrieb
wird von den Gästen aufrechterhalten ... und wenn jemand mehr
Interesse zum Beispiel an der Technik zeigt, dann kann er sich auch
mal im Maschinenraum nützlich machen", meint Vereinsmitglied
Jörg "Jocke" Michalleck.

[Schlaf- und Wohnbereich]
Auf
die Frage, ob Behinderte mitreisen könnten antwortete Hoffmann
spontan: "Außer uns hatten wir erst einen mit an Bord."
Will sagen, dass es also durchaus auch für körperlich
beeinträchtigte Menschen möglich ist, diesen Spaß
mitzuerleben. Klar ist es für Rollstuhlfahrer etwas problematisch,
da es ja ein Unterdeck gibt, auf dem sich 50% des Lebens an Bord
abspielen, aber man muss eben nicht gerade ein Triathlet sein, um
mit dabei sein zu können.

[Der gemütliche Innenraum]
Ein
verträumter Blick, der von der linken oberen Ecke des Aufenthaltsraumes
über die an der Wand befindlichen Fotos bis zum Aschenbecher
auf dem Tisch wanderte entsprang Hoffmann und Michalleck, als sie
gefragt wurden, welches denn ihr schönstes bzw. nachhaltigstes
Erlebnis war. Darauf folgte ein Gestammel, ein Paar vergebliche
Beschreibungsansätze und der aufmerksame Beobachter erkannte,
dass es einfach daran lag, dass diese Frage das Erinnerungsvermögen
der Crew hoffnungslos überlastet hat. Es ist immer das Gesamtbild
einer Reise, was am Ende zurückbleibt und dieses entsteht durch
die dazugehörigen Abenteuer. Und davon gibt es eben unzählige.
Wer
bucht, wird automatisch für ein Jahr Mitglied im Verein, wobei
es zu keinen zusätzlichen Kosten oder Verpflichtungen kommt.
"Der Gast wird eben KEIN Fördermitglied", so Hoffmann.
Die genauen Bedingungen zur Buchung sowie weitere Infos zum Verein,
sind auf der Homepage
der Stahlratte zu finden.

[Der 28 Meter hohe Mast ]
Doch
auch die Reisen sollen nicht die "letzte Station" auf
dem Wege der Stahlratte sein. In Zukunft sollen auch Segelschulungen
und Trainings durchgeführt werden. Ein Termin steht jedoch
noch nicht fest. Wer sich dafür interessiert kann sich direkt
an den Verein wenden.
Die
nächste große Tour ist für September 2001 geplant.
Auf dem Programm stehen u.A. die Kanaren, Kuba, die Großen
Antillen und die Azoren. Ende 2003 feiert die Stahlratte dann ihr
"Hundertjähriges" mit einer Weltumsegelung für
die drei Jahre eingeplant sind. Für beide Großereignisse
sind noch Buchungen möglich...
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