Aufgabe des für den Zeitraum 2007-2013 eingerichteten Europäischen Fischereifonds (EFF) ist es, zur Realisierung der Ziele der gemeinsamen europäischen Fischereipolitik (GFP) beizutragen. Die Entwicklung in Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte oder rückläufiger Fischerei oder kleinen fischwirtschaftlichen Gemeinschaften, die als Fischwirtschaftsgebiete definiert wurden, kann dabei im Rahmen der Prioritätsachse 4 des EFF eine Unterstützung erfahren.

Bei den Fischwirtschaftsgebieten handelt es sich um Gebiete mit begrenzter Ausdehnung, die aus geografischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicht jeweils eine ausreichend homogene Einheit (z.B. Gesamtheit der Fischereihäfen in einem Küstenabschnitt, regionale Karpfenteichgebiete) bilden.

Der Fischereihafen in Bremerhaven ist im Operationellen Programm Deutschland des EFF als ein solches Fischwirtschaftsgebiet benannt worden. Im Rahmen einer Gesamtstrategie für die einzelnen Gebiete sollen die Interventionen zur nachhaltigen Entwicklung und zur Verbesserung der Lebensqualität in den Fischwirtschaftsgebieten beitragen.

Bei der Umsetzung von Maßnahmen der Prioritätsachse 4 kommt dem Bottom-up-Prinzip, das von Partnerschaft und Subsidiarität geprägt ist, besondere Bedeutung zu. Demzufolge gibt es im EFF keine speziellen Vorgaben, sondern es sollen unter Einbeziehung der Betroffenen des Gebietes geeignete Projekte entsprechend einer lokalen Entwicklungsstrategie umgesetzt werden. Für die Erstellung der lokalen Strategie und die Auswahl entsprechender Maßnahmen sind die zwischenzeitlich gegründeten bzw. in Gründung befindlichen sog. Lokalen Aktionsgruppen für Fischerei (FLAG) zuständig. Deren Mitglieder setzen sich aus öffentlichen und privaten Partnern von Wirtschaft und Gesellschaft des Fischwirtschaftsgebietes zusammen.

Die Prioritätsachse 4 des EFF beinhaltet eine Klausel über die Förderung interregionaler und transnationaler Zusammenarbeit zwischen Fischwirtschaftsgebieten. Dieser Aspekt soll die FLAG ermutigen, Ideen und Erfahrungen auszutauschen und sich an Kooperationsprojekten und -initiativen zu beteiligen, die zur nachhaltigen Entwicklung von Fischwirtschaftsgebieten beitragen. Die Prioritätsachse 4 des EFF unterstützt insoweit den territorialen Ansatz zur Entwicklung und bietet Interessentengruppen in verschiedenen Gebieten die Möglichkeit, lokale Antworten auf die Herausforderungen der Fischwirtschaftsgebiete in der EU auszuarbeiten und durch lokale Entscheidungen umzusetzen.

Von Seiten der EU Kommission wurde zur Unterstützung das Europäische Netzwerk von Fischereigebieten FARNET und eine FARNET Support Unit eingerichtet.

Am 20. Mai 2010 sprachen sich in Schwerin auf einem ersten Treffen die anwesenden Vertreter der Bundesländerverwaltungen und der FLAG der deutschen Fischwirtschaftsgebiete dafür aus, im Sinne der EU Kommission ein nationales Netzwerk zum Informations- und Erfahrungsaustausch aufzubauen.

Die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbH (FBG), die mit der Geschäftsführung der Örtlichen Gruppe des Fischwirtschaftsgebiets Fischereihafen Bremerhaven (Name der FLAG) betraut ist, hat sich in Abstimmung mit der zuständigen Landesbehörde und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz grundsätzlich bereit erklärt, die Vernetzung der Managerinnen und Manager der deutschen Fischwirtschaftsgebiete zu befördern.

Mit den Bundesländern sind die Aufgabenstellung, die Organisationsstruktur und die Finanzierung für ein solches nationales Netzwerk noch zu verhandeln.

In Kürze können alle Vertreter der deutschen Fischwirtschaftsgebiete und deren Organisationen über die Eingabe eines anzufordernden Zugangscodes diese in Aufbau befindliche Informationsplattform nutzen.

Für den direkten Dialog mit anderen FARNET Mitgliedern empfehlen wir darüber hinaus die interaktive Plattform zu benutzen, die sich auf der FARNET Homepage befindet. Wir haben dort bei FARNET die Untergruppe Netzwerk Deutschland eingerichtet.